Medienbildung - Medienkompetenz
Vielfach wird Medienkompetenz auf die apparative Handhabung, also auf das rein technische Handling von Medien und IT-Skills, reduziert. „Kompetenz“ bedeutet jedoch auch gleichzeitig, dass das Handlungsvermögen der Schülerinnen und Schüler, aber auch der Lehrerinnen und Lehrer und der Eltern, in einem komplexen Zusammenhang gefördert wird, verschiedenen Fähigkeiten und Fertigkeiten angesprochen, erweitert, vertieft, fortentwickelt werden.
Die im März 2012 neu aufgelegten
KMK-Empfehlungen zur "Medienbildung in der Schule" skizzieren wichtige Handlungsfelder einer systematischen und integrativen Förderung der Medienkompetenz aller Schülerinnen und Schüler - von Anfang an.
In der fachwissenschaftlichen Diskussion sowie in den Medienkonzepten der einzelnen Bundesländer, sofern vorhanden, werden diese Handlungsfelder oft etwas unterschiedlich benannt, dennoch gibt es einen breiten Konsens zur Kompetenzorientierung, und bei einer Synopse der vorhandenen Konzepte ergibt sich übereinstimmend folgende Beschreibung „medienkompetenten Handelns“ im Sinne eines sachgerechten, selbstbestimmten, verantwortlichen und kreativen Handelns:
- Sachgerechte Auswahl und Nutzung von Medien(angeboten)
- Medienkunde: Kenntnis der Spezifika einzelner Medienarten; Massenmedien; Medien und ihre gesellschaftlichen Zusammenhänge
- Eigene Erstellung und adressatengerechte Produktion von Medien
- Medienanalyse: Verstehen der "Mediensprache" und der Wirkungszusammenhänge/-absichten
- Kritische Auseinandersetzung mit Medienwirkungen
(vgl. auch http://www.laenderkonferenz-medienbildung.de/LKM-Positionspapier.pdf).
Die positiven Erfahrungen mit dem 2007 vom damaligen LMZ entwickelten und auch heute noch gültigen rheinland-pfälzischen
Medienkonzept, unter dem Titel: Medienbildung in der Primar- und Sekundarstufe I: Bausteine für eine veränderte Lehr- und Lernkultur zum Start des 10-Punkte-Programms der Landesregierung
„Medienkompetenz macht Schule“ erarbeitet wurde, sind in hohem Maße in das Konzept der bundesweiten Länderkonferenz Medienbildung eingeflossen.
Die praktische Handhabung hat sich in den Schulen zur Beschreibung von Unterrichtsbausteinen und Projekten durchaus bewährt. Dies beweisen zahlreiche Rückmeldungen. In den nächsten Monaten wird unser Team dieses Konzept weiter entwickeln und mit Beispielen zum unterrichtlichen Einsatz von Interaktiven Whiteboards und mit
Lernplattformen anreichern.
In der alltäglichen pädagogischen Praxis ist eine Trennschärfe zwischen den einzelnen Kategorien nur in den seltensten Fällen gegeben, denn sowohl bei der rezeptiven als auch der produktiven Medienarbeit werden oft eine Vielzahl einzelner Kompetenzen gefordert und gefördert, sprich: es wird ganzheitlich an Themen, Aufgabenstellungen und Problemzusammenhängen etc. gearbeitet, also nicht von vornherein in medialen Kategorien, sondern vielmehr in inhaltlichen Zusammenhängen gedacht.
Unsere und nicht zuletzt Ihre Erfahrungen zeigen:
Digitale Medien sind als Werkzeuge, als Ausdrucksmittel und als Wissensquellen für Schülerinnen und Schüler heute selbstverständlich geworden und nicht mehr wegzudenken. Sie müssen ebenso selbstverständliche Instrumente bei der Gestaltung von Unterricht werden. Sie bergen Potenziale und kreative Gestaltungsspielräume, wecken Neugier und erschließen Talente, erweitern unseren Horizont und ermöglichen gemeinsames, oft nachhaltigeres Lernen.